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Zukunftswerkstatt Erdgas – Gastechnologien für mehr Klimaschutz

Berlin – Zehn zukunftsträchtige Projekte präsentiert die Gasbranche auf der diesjährigen „Zukunftswerkstatt Erdgas“ und zeigt damit, dass sie das Energiesystem der Zukunft maßgeblich mitgestalten kann. Nach ihrem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr geht die Zukunftswerkstatt heute in Berlin in ihre zweite Runde. Auf Einladung der Ausrichter Zukunft ERDGAS und Wintershall Dea lernen die Teilnehmer die innovativen Projekte beim Speed-Dating kennen und diskutieren anschließend miteinander bei einer interaktiven Podiumsdiskussion. Die Veranstaltung dient unter anderem als „Bootcamp“ für Projekte, die sich für den Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft bewerben wollen. Dieser wird im Jahr 2020 erneut verliehen.

„Die Gaswirtschaft zeigt auf der Zukunftswerkstatt, was sie kann und wo sie hin will“, sagt Dr. Timm Kehler. „Es ist beeindruckend zu sehen, in wie vielen Bereichen die Branche forscht und investiert, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Ob auf der Straße, im Heizkeller oder bei der Stromproduktion, gasförmige Energieträger sind der Schlüssel für schnellen Klimaschutz in allen Sektoren. Mit der Zukunftswerkstatt bieten wir auch dieses Jahr wieder vielen zukunftsweisenden Gastechnologien eine wichtige Bühne – im bewährt interaktiven Format.“

Auch die Bundesregierung hat mittlerweile erkannt, dass Gas noch für viele Jahre ein unverzichtbarer Bestandteil einer sicheren Energieversorgung sein wird – in Zukunft auch in zunehmend CO2-neutraler Form. „Klar ist: Durch Elektrifizierung allein lassen sich die klimapolitischen Ziele Deutschlands und Europas nicht erreichen. Dieses wichtige Zukunftsthema nimmt die Gasbranche im Rahmen der Zukunftswerkstatt auf und stellt gasbasierte Lösungen vor, die in allen Sektoren der Energieversorgung effizienten Klimaschutz ermöglichen“, so Kehler.

„Unser Marktplatz der Innovationen zeigt deutlich: Erdgas kann Zukunft“, erklärt Thilo Wieland. „Erdgas leistet bereits heute einen aktiven Beitrag für den Klimaschutz. Und der klimaschonendste konventionelle Energieträger kann noch viel mehr“, so Wieland. Zum einen könne Erdgas dekarbonisiert werden. Zum anderen werde aber auch die Produktion immer sauberer und effizienter. „Unser Projekt ‚Digital Twin‘ ist der Beleg, dass die Verbindung modernster Technologien mit jahrzehntelangem Know-how noch größere Potenziale zum Klimaschutz freisetzen kann.“

Das präsentierte Projekt „Digital Twin“ ist eine wichtige Neuerung auf dem Feld der Digitalisierung. Hierbei werden enorme geologische und technische Datenmengen aus der Produktion von Kohlenwasserstoffen miteinander verknüpft und analysiert. So entsteht ein digitales Abbild einer realen Produktionsstätte – ein digitaler Zwilling. Dadurch werden alle verfügbaren Daten in einen Kontext gebracht und jederzeit abrufbar. Auf diese Weise können Produktionsprozesse durchgespielt und optimiert werden, bevor der Einsatz auf der echten Plattform erfolgt. Das schont Ressourcen und Emissionen und macht Produktionsabläufe deutlich effizienter.

Thilo Wieland, Vorstandsmitglied Wintershall Dea, und Dr. Timm Kehler, Vorstand Zukunft ERDGAS, eröffnen die Zukunftswerkstatt 2019.
Foto: Claudius Pflug/Zukunft ERDGAS

Die auf der Zukunftswerkstatt Erdgas präsentierten Projekte

Uniper, VNG Gasspeicher GmbH (VGS): Energiepark Bad Lauchstädt

Uniper sowie die Konsortialpartner VNG Gasspeicher GmbH (VGS) und ONTRAS wollen in ihrem Projekt erneuerbaren Strom aus einem nahgelegenen Windpark bei Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt per Elektrolyse in grünen Wasserstoff umwandeln. In einer dafür ausgestatteten Salzkaverne wird der grüne Wasserstoff untertage zwischengespeichert.

Equinor, Open Grid Europe (OGE): H2morrow

Mit dem Projekt „H2morrow“ wollen Equinor und Open Grid Europe eine geschlossene Wertschöpfungskette in Nordrhein-Westfalen aufsetzen, welche die Nutzung von Wasserstoff aus dekarbonisiertem Erdgas ermöglichen soll. Im Vergleich zur Herstellung aus erneuerbaren Energien ist der Wasserstoff aus dekarbonisiertem Erdgas deutlich kostengünstiger und seine Herstellung effizienter.

SOLIDpower: BlueGEN

Das Unternehmen SOLIDpower bietet mit BlueGEN ein stromoptimiertes Mikro-KWK-System an (Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis einer Brennstoffzelle), das sowohl Strom als auch Wärme erzeugt. Das Gerät verfügt über einen sehr hohen elektrischen Wirkungsgrad und erreicht einen Gesamtwirkungsgrad von knapp 90 Prozent. Das vollintegrierte Brennstoffzellenmodul bildet das Herzstück des Blue-GEN.

Wintershall Dea: Digital Twin

Das Projekt „Digital Twin“ ist eine wichtige Neuerung aus dem Bereich Digitalisierung und Technologie. Hierbei werden enorme geologische und technische Datenmengen aus der Produktion von Kohlenwasserstoffen miteinander verknüpft und analysiert. So entsteht ein digitales Abbild einer realen Produktionsstätte – ein digitaler Zwilling.

Open Grid Europe (OGE), Amprion: hybridge

Der Gasinfrastrukturbetreiber Open Grid Europe und der Stromnetzbetreiber Amprion planen in ihrem gemeinsamen Projekt „hybridge“ die erste großtechnische Anlage Deutschlands, die Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff umwandeln soll. Der Elektrolyseur soll im Raum Lingen errichtet werden und 2023 in Betrieb gehen. Parallel soll eine Wasserstoffinfrastruktur aufgebaut werden.

Stadtwerk Haßfurt GmbH: H2-Blockheizkraftwerk

In Haßfurt haben die städtischen Betriebe die bestehende Power-to-Gas-Anlage um ein hochinnovatives Wasserstoff-Blockheizkraftwerk (H2-BHKW) erweitert. Das BHKW wird über eine eigene Leitung aus der Power-to-Gas-Anlage mit Wasserstoff versorgt und produziert daraus Strom und Wärme. Gegenüber dem bisher umgesetzten Stand der Technik erlaubt dies eine echte Rückverstromung des regenerativ gewonnenen Wasserstoffs ohne fossile Brennstoffanteile.

ZEAG Energie AG, DLR: H2ORIZON

Die ZEAG Energie AG und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickeln im Rahmen der Forschungsplattform „H2ORIZON“ ein Energiesystem, welches das Ziel verfolgt, die Stromproduktion aus dem angrenzenden Windpark für die Wasserstoffproduktion zu nutzen. Der dadurch erzeugte Wasserstoff soll später in verschiedenen Sektoren, wie Mobilität oder Wärme, zur Verfügung gestellt werden.

Iveco: LNG-Lkw „Stralis“

Der Fahrzeughersteller Iveco schickt Lkws mit Flüssigerdgasantrieb (LNG) in den Einsatz, da elektrische Mobilität aufgrund enormer Fahrleistungen in der Fernlogistik an ihre Grenzen stößt. Hier bietet sich umwelt- und klimaschonendes Flüssigerdgas, der aufgrund seiner hohen Energiedichte hohe Reichweiten erzielt, als alternativer Kraftstoff an.

Gelsenwasser AG: Power-to-Metal

Der Wasser- und Energieversorger Gelsenwasser verfolgt mit dem Projekt „Power2metal“ das Ziel, die Chancen für komplementäre Energiesysteme auf Wasserstoffbasis für die energieintensive Metallveredlung auszuloten und in Gelsenkirchen zu erschließen, da es weitaus effizienter ist, den Wasserstoff als direkten Ersatz für Erdgas in bestehenden Wärmeprozessen einzusetzen.

YourCar: Carsharing mit Erdgas-Autos

Das Carsharing Start-Up „YourCar” ist der neue Mobilitätspartner der Stadtwerke Rostock AG. Das junge Unternehmen ist das erste in Deutschland, das seinen Nutzern klimaneutrales Carsharing mit Erdgas-Autos zur Verfügung stellt. Nach dem erfolgreichen Start in Göttingen im Jahr 2015 sind die Fahrzeuge seit 2017 auch in Rostock verfügbar. Der Roll-out in weiteren Städten ist bereits geplant.

Quelle: Zukunft ERDGAS e. V.

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